Die Stimmverleiher Warum Anastacia und Charlize Theron deutsch sprechen Sigrid von der Laden und Sybille von Mülmann [Gesellschafterin der Syntax Sprachen GmbH, Anm. d. Webmasters] "verleihen" bei der "Wetten, dass..?"-Ausgabe in Basel ihre Stimmen an Anastacia und Charlize Theron. Übersetzt wird wahrheitsgetreu, darauf legen die beiden Dolmetscherinnen großen Wert. Zensiert wird nichts. von Marion Böhm, erschienen auf www.zdf-online.de am 27.03.04 |
|
Ihre Stimmen kennt man - aber die Gesichter dazu bleiben im Hintergrund: Sybille von Mülmann und Sigrid von der Laden sind die Dolmetscherinnen, die bei "Wetten, dass..?" die internationalen Gäste übersetzen. Gute Vorbereitung ist Pflicht Bei ihrer Arbeit sitzen sie direkt hinter der Bühne in kleinen Kabinen und hören über Kopfhörer, was auf der Bühne gesprochen wird. Dabei könnten sie mit ihrem Wissen wahrlich Klatschblätter füllen - doch Diskretion ist Ehrensache. Zu den Stars, denen die beiden ihre deutsche Stimme bereits geliehen haben, gehören unter anderem Meryl Streep, Naomi Campbell, Geraldine Chaplin, Alicia Keys, Kelly Osbourne oder Andie McDowell. "Jeder Star hat seine Eigenheiten", sagt Sybille von Mülmann. Manche reden schnell, manche sagen gar nichts, einige haben einen ungewöhnlichen Dialekt. Da muss die Vorbereitung gut sein. "Wir versuchen uns, in die jeweiligen Gäste hinein zu versetzen", erklärt die professionelle Dolmetscherin. Recherche über die Gäste im Internet ist ebenso wichtig wie ein persönliches Treffen. "Wir dürfen schon mal kurz vor Sendebeginn mit den Stars reden", beschreibt Sigrid von der Laden den Einsatz bei "Wetten, dass..?". So bekomme man einen Eindruck von der Persönlichkeit. Auch könne man da schon mal hören, wie die zu übersetzende Person spricht: ob laut oder leise, mit oder ohne sprachliche Besonderheiten. "Man kann sich an die Stimme im Vorgespräch schon gewöhnen", nennt Sigrid von der Laden die Vorteile eines Zusammentreffens. Umarmung von Brigitte Nielsen Und die Stars wissen das zu schätzen: "Brigitte Nielsen hat mich herzlich umarmt, als ich sie zum zehnten Mal übersetzt habe", erinnert sich Sybille von Mülmann. Die internationalen Stars seien dankbar und wissen, wie wichtig Übersetzungsarbeit ist. Auch erkennen manche Stars ihre jeweiligen Dolmetscher wieder. Die meisten seien eben sehr kooperativ. Vor Sendebeginn wird hin und wieder auch noch einmal Spezialvokabular gepaukt. "Wichtig ist, dass es eine Live-Sendung ist, man kann nicht mehr rückfragen, wenn man etwas nicht mitbekommen hat." Deshalb hat Sybille von Mülmann auch speziell die englischenTitel von diversen Opern gelernt, als die russische Sopranistin Anna Netrebko in Klagenfurt per Telefon der Sendung zugeschaltet wurde. Zensur verboten Von den Kolleginnen hatte sie deswegen auch Lob erhalten. Die sitzen ab und an vor dem Fernseher und hören, was übersetzt wird. "Meistens kennt man die Stimmen der Kolleginnen. Und dann höre ich mir es an. Hören, nicht gucken", sagt Siegrid von der Laden. Übersetzt wird inhaltsgetreu. "Wir zensieren nicht", so von Mülmann. Auch Tonlagen werden imitiert, ergänzt ihre Kollegin von der Laden. Eigentlich ähnelt der Beruf auch der Schauspielerei, denn man sitze ja nicht starr in der Kabine. Die Dolmetscher gestikulieren mit und versuchen, die Stimmung des Gastes wieder zu geben. Schwierigkeiten können dabei natürlich auch auftauchen. "Zum Beispiel, wenn dem Gast vor lauter Gestikulieren das Mikro in den Ausschnitt rutscht und wir nichts mehr hören", beschreibt Sybille von Mülmann ein "Horror-Szenario". Aber daran könne man dann spontan auch nichts ändern. Einen Wunschgast hat Sybille von Mülmann, die ihre deutsche Stimme dieses Mal an Charlize Theron "verleiht", trotz ihrer langjährigen Berufserfahrung aber doch noch: Hillary Clinton. Vielleicht kommt die ehemalige First Lady der USA ja zur nächsten Sendung. |
|
| _© 1998-2012 Syntax Sprachen GmbH | Telefon +49-69-9567-8088 | |